RESTART-19-FAQ

Während der Veranstaltung werden alle Teilnehmer mit einem Contact Tracer ausgestattet. Dieser misst ständig den Abstand zu den anderen Teilnehmern und zeichnet diesen auf. Dadurch ist es möglich die Anzahl der kritischen Kontakte eines jeden einzelnen Teilnehmers messen zu können. Durch eine spezielle Technik können diese auch bestimmten Orten (Einlass, Tribüne, Foyer, etc.) und Zeiten zugeordnet werden. Somit lassen sich besondere Risikomomente und -situationen während einer Großveranstaltung ausmachen und die Schwerpunkte für künftige Hygienekonzepte identifizieren.

Weiterhin werden alle Teilnehmer mit einem fluoreszierenden Händedesinfektionsmittel ausgestattet. Die Teilnehmer werden gebeten sich regelmäßig damit die Hände zu desinfizieren. Dadurch lagert sich das Mittel auch an häufig berührten Oberflächen ab, die dann durch UV Licht erkannt werden können. So können besonders gefährliche Oberflächen identifiziert werden, die in künftigen Hygienekonzepten dann besondere Berücksichtigung finden können.

Die aktuelle COVID-19 Pandemie stellt eine große Gefahr sowohl für die individuelle Gesundheit, als auch für das Gesundheitswesen und die Volkswirtschaft dar. Zur Abwendung dieser Gefahren müssen schwere Entscheidungen getroffen werden, die das normale Leben erheblich einschränken. Großveranstaltungen wurden im Rahmen der COVID-19 Pandemie schon früh abgesagt, da von Veranstaltungen in geschlossenen Räumen nach aktuellen Erkenntnissen ein erhöhtes Infektionsrisiko ausgeht.

Dem steht jedoch die Existenzbedrohung für viele Sportler und Künstler gegenüber, die auf die Einnahmen durch Zuschauer angewiesen sind. Dabei geht es nicht nur um die Bedrohung der einzelnen Akteure, das Thema hat auch eine gesamtgesellschaftliche Dimension, da die Existenz ganzer Sportarten und Kulturformen gefährdet ist. Die bisherigen wissenschaftlichen Daten zur Ansteckung mit respiratorischen Erkrankungen im Rahmen von Großveranstaltungen sind insgesamt nur spärlich und für COVID-19 im Speziellen so gut wie nicht vorhanden.

Durch das Projekt RESTART-19 sollen mögliche Rahmenbedingungen identifiziert werden unter denen Künstler und Sportler nach dem 30. September 2020 wieder spielen und auftreten können, ohne dass von diesen Veranstaltungen eine Gefährdung für die Bevölkerung ausgeht. Zudem soll untersucht werden, welche Optimierungsprozesse und technischen Veränderungen ggf. an den Veranstaltungshallen notwendig sind, um das Risiko zu minimieren.

Wir suchen 4.000 Probandinnen und Probanden für ein Experiment, das am Samstag, den 22. August 2020 in der QUARTERBACK Immobilien ARENA im westlichen Zentrum von Leipzig stattfindet. Das Experiment findet von 8.00 bis 18.00 Uhr statt. In den Pausen zwischen den Szenarien werden ein kleiner Imbiss sowie Getränke angeboten. Während des Experiments wird für die Zuschauer ein Konzertprogramm geboten.

Am Versuchstag findet zunächst für alle Probanden ein Check-In statt. Dieser kann an drei Orten erfolgen: direkt an der ARENA oder an den Park & Ride Parkplätzen der Leipziger Messe oder des Völkerschlachtdenkmals. Von den P&R Parkplätzen werden die Probanden mit Straßenbahnen (Sonderfahrten) zur Arena weitertransportiert. Diese Aufteilung soll dazu dienen die Anreise realitätsnah nachzustellen und die Kontakte während der Anreise bereits zu messen. Anschließend wird das erste Szenario simuliert. Dort erhalten die Probanden dann Informationen über den Ablauf der weiteren Szenarien.

Am Versuchstag werden nur Probanden zugelassen, die innerhalb der letzten 48h vor Veranstaltungsbeginn keinerlei Symptome von COVID-19 aufweisen, die sich nicht in einem Risikogebiet aufgehalten haben und die keinen Kontakt zu COVID-19 erkrankten Personen hatten.

Beim Check-In am Veranstaltungstag wird allen Probanden eine Atemschutzmaske (FFP2-Maske) und eine Flasche Händedesinfektionsmittel ausgehändigt. Beides muss während der Experimente benutzt werden. FFP2-Masken werden in Kliniken auch als Teil der persönlichen Schutzausrüstung für die Behandlung von COVID-19 Patienten eingesetzt und verhindern eine Ansteckung über Tröpfchen, sowie durch Aerosole. Einen 100%igen Schutz können Sie nicht bieten, jedoch ist hier davon auszugehen, dass eine FFP2-Maske bei Infizierten bereits so viele Tröpfchen und Aerosole auffängt, dass das Risiko einer Übertragung extrem gering ist.

Während der Versuchsdurchführung werden den Probanden „Contact Tracer“ ausgehändigt. Dabei handelt es sich um kleine Sender, die die Kontaktraten und Annäherungen der einzelnen Teilnehmer bestimmen. Diesen „Contact Tracer“ müssen die Teilnehmer während der Experimente stets bei sich tragen. Sollte sich also tatsächlich ein infizierter Teilnehmer unter den Probanden befinden, so können die wirklichen Kontakte dieses Probanden schnell nachvollzogen werden.

Sämtliche Teilnehmer und Helfer müssen 48 Stunden vor Studienbeginn einen Corona-Test durchführen.

Hierfür wird Ihnen 7-10 Tage vor Studienbeginn ein Abstrich-Set mit einer genauen Anleitung zugeschickt. Der Test ist für Sie kostenlos.

Am Donnerstag, dem 20.8.2020 entnehmen Sie sich selbst einen Rachenabstrich. Diesen bringen Sie nach Möglichkeit zu einer der zahlreichen Sammelstellen in Leipzig oder Halle (die genauen Standorte teilen wir Ihnen noch mit). Sollten Sie keine Möglichkeit dazu haben, dann können Sie die Probe auch per Post an das Labor verschicken. Das entsprechende Verpackungsmaterial wird Ihnen mitgeliefert. Eine Teilnahme ist aber nur mit einem negativen Abstrich möglich. Sollte es also auf dem Postweg zu Verzögerungen kommen, ist leider kein Einlass möglich. Wir empfehlen daher die Nutzung der Sammelstellen.

Sollte der Test positiv ausfallen, wird Ihnen dies umgehend mitgeteilt.

Der Nachweis für SARS-CoV-2 läuft über Abstriche aus dem Mund- oder Nasen-Rachenraum. Der Abstrich kann Erbgut des Virus enthalten. In für die entsprechenden Verfahren geprüften Laboren wird das virale Erbgut durch einen empfindlichen molekularen Test nachgewiesen. Der vollständige und komplizierte Name lautet “Real-Time Reverse Transkriptase Polymerase-Kettenreaktion” (englisch abgekürzt RT-PCR). Das Gerät vervielfältigt das wenige genetische Material der Probe in mehreren Zyklen. Durch den Einsatz fluoreszierender Stoffe sieht man, ob die gesuchten Gensequenzen des Virus vorliegen oder nicht.

Neben der Universitätsmedizin Halle (Saale) sind der SC DHfK Leipzig und die Betreibergesellschaft der QUARTERBACK Immobilien ARENA Leipzig beteiligt. Darüber hinaus sind Sicherheitsdienste eingebunden, um zu gewährleisten, dass die erarbeiteten Lösungen und Konzepte praxisnah und anwendbar sind.

Sie werden durch Ihre Teilnahme an dieser Studie keinen Nutzen für Ihre Gesundheit haben. Sie erhalten lediglich einen Abstrich auf SARS-CoV-2. Die Ergebnisse dieser Studie können aber dazu beitragen, eine Perspektive für viele Sportvereine und Kulturschaffende zu entwickeln, unter welchen Rahmenbedingungen eine Zulassung von Zuschauern bei Großveranstaltungen wieder möglich sein könnte.

Durch Ihre Teilnahme an dieser Studie entstehen für Sie keine Kosten. Fahrtkosten werden nicht erstattet. Eine Aufwandsentschädigung ist aus finanziellen Gründen leider nicht vorgesehen.

Es bestehen zum einen die allgemeinen Risiken einer Großveranstaltung. Die Veranstaltung wird jedoch beim Ordnungsamt der Stadt Leipzig angemeldet und es werden die üblichen Standards (Professionelles Sicherheitspersonal, Brandwache, Sanitätsdienst, etc.) eingehalten.

Darüber hinaus besteht für Sie ein theoretisches Risiko sich mit COVID-19 anzustecken. Das Risiko ist jedoch als sehr gering einzustufen:

Zum einen werden alle Teilnehmer vor Veranstaltungsbeginn auf SARS-CoV-2 getestet. Allerdings bieten diese keinen 100%igen Schutz, da die Tests falsch negativ sein können oder die Viren sich erst nach Entnahme des Abstrichs vermehren.

Einer Übertragung durch Tröpfchen/Aerosole ist aufgrund der Verwendung von FFP2-Masken zwar sehr unwahrscheinlich, jedoch möglich. Durch die generelle Verwendung von Masken bei allen Teilnehmern wird die Gesamtleckage deutlich unter 1% liegen. Theoretisch würde die Verwendung von FFP3 Masken zwar einen noch höheren Schutz bieten, allerdings ist hier der Atemwiderstand so hoch, dass die Gefahr besteht, dass die Teilnehmer die Masken nicht dauerhaft tolerieren und sie abnehmen, was die Schutzwirkung komplett aufheben würde.

Während der Experimente müssen die Masken die gesamte Zeit getragen werden. Lediglich während der Pausen im Freien können die Masken abgenommen werden, wenn die Teilnehmer einen Abstand von 1,5m zu anderen Personen einhalten.

Ein weiterer Übertragungsweg für COVID-19 sind Schmierinfektionen. Zur Vermeidung von Schmierinfektionen wird jeder Teilnehmer mit Händedesinfektionsmittel ausgestattet. Insgesamt spielen Schmierinfektionen jedoch nur eine untergeordnete Rolle (<10%) bei der Übertragung von SARS-Cov2, so dass dieser Übertragungsweg bei Personen, die sich häufig die Hände desinfizieren werden, kaum zum Tragen kommen wird.

Während des gesamten Versuchs sind die Teilnehmer durch die Masken gut geschützt. Als kritisch sind deshalb all die Situationen einzuordnen, in denen die Maske abgenommen wird. Hier sind vor allem das Essen und Trinken zu nennen. Da außerhalb der Halle größere Abstände unter den Teilnehmern möglich sind und zudem eine aerosolbedingte Übertragung aufgrund der hohen Verdünnung deutlich unwahrscheinlicher ist, soll die Nahrungsaufnahme und das Trinken außerhalb der Halle im Freien erfolgen. Ansteckungen im Freien sind deutlich seltener als in geschlossenen Räumen.

Ihre personenidentifizierenden Kontaktdaten (Name, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail-Adresse, etc.) werden streng getrennt von den Bewegungsdaten gespeichert. Wir benötigen diese Informationen, um die Veranstaltung gemäß den Anforderungen des Infektionsschutzes durchführen zu können. Genauso, wie Sie diese Informationen bei einem Restaurantbesuch angeben müssen. Sollte nach der Veranstaltung bei einem Teilnehmenden eine COVID-19 Infektion festgestellt werden, werden wir diese Daten dem Gesundheitsamt übergeben.

Die Bewegungsdaten werden mit Ihrer Teilnehmernummer, Alter, Geschlecht und Postleitzahl Ihres Wohnortes aber ohne Ihre personenidentifizierenden Daten gespeichert. Ihre Teilnehmernummer ist ein sogenanntes Pseudonym, eine zufällig erzeugte und eindeutige Kennnummer. Ihre somit pseudonymisierten Bewegungsdaten werden vorrangig für wissenschaftliche Publikationen verwendet. Darüber hinaus werden die Ergebnisse auch in der breiten Gesellschaft laienverständlich veröffentlicht. Die personenidentifizierenden Kontaktdaten werden nach 6 Wochen gelöscht. Die übrigen Daten werden nach Abschluss der Studie noch weitere 10 Jahre aufbewahrt und anschließend gelöscht.

Die Studie wurde von der Ethikkommission der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ethisch und berufsrechtlich beraten und die Kommission hat keine Bedenken geäußert. Das sächsische Staatsministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt hat der Durchführung der Studie unter dem vorgelegten Hygienekonzept zugestimmt.

Das Ordnungsamt der Stadt Leipzig hat der Durchführung der Studie unter dem gegebenen Sicherheits- und Hygienekonzept zugestimmt.

Zuständig für die ordnungsgemäße Datenverarbeitung ist Prof. Dr. Rafael Mikolajczyk. Die zuständige Datenschutzbeauftragte ist die Datenschutzbeauftragte der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Sie haben das Recht, eine etwaige Beschwerde in Bezug auf die Studie bei einer Datenschutzbehörde einzureichen. Im Bundesland Sachsen-Anhalt ist das der Datenschutzbeauftragte des Landes.

Alle Probanden sind während der Studienteilnahme versichert. Diese Versicherung dient der finanziellen Absicherung möglicher, wenn auch sehr unwahrscheinlicher Gesundheitsschäden von Studienteilnehmern, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Studie stehen.

Versicherungsschutz besteht für unverschuldet erworbene Gesundheitsschädigungen, die spätestens drei Jahre nach Abschluss der Studie eingetreten sind. Vorbestehende Gesundheitsschäden oder bei vorsätzlichen oder grob fahrlässigem Verhalten des Probanden sind vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Eine Gesundheitsschädigung, die als Folge der Studie eingetreten sein könnte, ist dem Versicherer unverzüglich anzuzeigen. Sie haben dem Versicherer ausführliche und wahrheitsgemäße Schadenberichte zu erstatten und ihn bei der Schadenregulierung zu unterstützen. Immaterielle Schäden (z.B. Schmerzensgeld) bleiben vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Des Weiteren sind Wegeunfälle mitversichert. Hierbei erstreckt sich der Versicherungsschutz ausschließlich auf Unfälle, die sich auf dem direkten Weg zwischen der ständigen Wohnung und dem Studienort sowie während des Aufenthalts in der ARENA ereignen. Der Versicherungsschutz entfällt, wenn die normale Dauer des Weges verlängert oder der Weg selbst durch rein private oder eigenwirtschaftliche Leistung (z.B. Einkauf, Besuch von Gastwirtschaften) unterbrochen wird.

Die Versicherungsbedingungen können Sie hier einsehen.

Das Projekt wird aus Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt und des Freistaats Sachsen finanziert.

Sie können Ihre Einwilligung jederzeit ohne Angabe von Gründen schriftlich oder mündlich widerrufen, ohne dass Ihnen daraus ein Nachteil entsteht. Wenn Sie Ihre Einwilligung widerrufen, werden Ihre Studiendaten gelöscht. Die bis zum Widerruf erfolgte Datenverarbeitung bleibt jedoch rechtmäßig.

Sie können im Fall des Widerrufs auch die Löschung Ihrer Daten verlangen.